15 Feb 2017 | von Matthias Rebettge | 0 Kommentare

Bereits seit Jahren geht in vielen Bereichen der Trend weg von physischer Hardware hin zur Virtualisierung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Kosten sollen reduziert, Tätigkeiten automatisiert und Ausfallzeiten gemindert werden. Lange Zeit wurden bei der Virtualisierung komplette Server inklusive des dazugehörigen Betriebssystems repliziert. Doch seit der Veröffentlichung von Docker im Jahr 2013 hält die sogenannte „containerbasierte Virtualisierung“ Einzug in die IT-Landschaft von Unternehmen.
Auch bei ECM-basierter Software macht dieser Trend nicht Halt, sodass DELL EMC (inzwischen von OpenText übernommen) im November 2016 mit der Documentum Content Server Version 7.3 erstmalig eine Unterstützung von Docker veröffentlichte.

Was ist Docker?
Während viele Virtualisierungsansätze davon ausgehen, komplette Server inklusive deren Betriebssysteme zu replizieren, verfolgt Docker einen anderen Ansatz: die containerbasierte Virtualisierung. Anwendungen laufen direkt unter dem Kernel und schotten so die Programme von anderen Systemvorgängen ab. Die Folge ist ein deutlich geringerer Overhead, da nur die für die Ausführung der Anwendung benötigten Bestandteile vorhanden sein müssen. Auf ein Betriebssystem innerhalb des Containers kann verzichtet werden, was die Ausführung mehrerer hundert Container gleichzeitig erlaubt. Die Aufteilung in verschiedene Container gibt die Möglichkeit verschiedenste Software-Versionen oder Bibliotheken parallel auf der gleichen Hardware zu verwenden – Kompatibilitätsprobleme gehören damit der Vergangenheit an. Ist solch ein Container erst einmal fertig konfiguriert, kann ein Abbild des Containers – ein sogenanntes Image – entweder privat oder öffentlich im Docker Hub zugänglich gemacht werden.

Vorteile Docker + Content Server
Der Hersteller bietet für Documentum Content Server Version 7.3 verschiedene Docker Images an. Unterstützt werden aktuell die folgenden Konstellationen:
Ubuntu / CentOS inklusive installierter Content Server Software + installiertem Datenbank-Client für PostgreSQL sowie Red Hat Enterprise Linux + installierter Content Server Software (vorbereitet für die Verwendung mit einer Oracle Datenbank, jedoch ohne installierten Oracle Client). Mit Hilfe von Konfigurationsdateien und der Ausführung von Skripten lässt sich auf einfache Weise automatisiert ein lauffähiger Container erzeugen.

Die Installation des Content Servers innerhalb eines Containers bietet dabei diverse Vorteile gegenüber einer “Standard-Installation”:

  • Da die Container in sich geschlossen sind, haben diese beispielweise ein eigenes Filesystem, notwendige Packages und Bibliotheken und eine eigene IP, was problemlos eine Installation mehrerer Content Server in unterschiedlichen Versionsständen ermöglicht.
  • Es ist auf einfache Weise möglich bestehende Container für Änderungen, z.B. im Rahmen von Upgrades, zu kopieren und entsprechend anzupassen.
  • Aufgrund eben dieser Möglichkeit des einfachen Kopierens, wird die Ausfallzeit bei Änderungen erheblich minimiert und gibt die Möglichkeit im Fehlerfall schnell und einfach wieder zurückzurollen.
  • Über alle Staging-Stufen hinweg kann eine Einheitlichkeit sichergestellt werden – das Risiko erst auf Produktion in Fehler zu laufen, z.B. aufgrund anderer Bibliotheksversionen, entfällt.

Vision Docker + Content Server
Wie wäre es, quasi per Knopfdruck, eine lauffähige Content Server Installation inklusive aller benötigten Bibliotheken, JAR-Files und applikationsspezifischen Anpassungen anlegen und über alle Staging-Stufen verteilen zu können? Und wie klingt es, Updates im Idealfall komplett ohne Ausfallzeit einzuspielen und im Fehlerfall schnell wieder zurückzurollen?
Docker lässt all das Realität werden. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Docker zukünftig in Unternehmen zum Einsatz kommen könnte. Einerseits kann auf einen bestehenden öffentlichen Docker-Hub zurückgegriffen werden, was sich vornehmlich für Standard-Installationen anbietet. Müssen jedoch beispielsweise unternehmens- oder applikationsspezifische Anpassungen an den vom Hersteller gelieferten Docker Images vorgenommen werden, so empfiehlt sich die Etablierung eines privaten Docker-Hubs im Unternehmen. Das erleichtert nicht nur die einheitliche Installation über alle Staging-Stufen hinweg, sondern gibt auch anderen Projekten die Möglichkeit von den genannten Vorteilen zu profitieren. Alternativ lassen sich die Docker Images aber auch als .tar-File exportieren verwenden.

Unser Know-How für Ihren Erfolg
fme war Teil des Early Access Programs für Content Server 7.3 und konnte bereits in anderen Projekten Erfahrung mit Docker sammeln. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine neue oder bestehende Documentum Content Server Installation von Docker in Ihrem Unternehmen profitieren kann, kein Problem – mit der fme haben Sie einen starken Partner an Ihrer Seite, der Sie im gesamten Prozess kompetent unterstützt, von der Entscheidung bis zur Umsetzung. Wir beraten Sie gern

13 Feb 2017 | von Daniel Pelke | 0 Kommentare

Neuerdings lese ich täglich Blogbeiträge und Artikel über die Digitale Transformation. Nahezu alle fokussieren sich auf die Technologie. Das ist verständlich, weil die neuen Technologien die Digitale Transformation erst ermöglicht haben. Cloud-Computing, BigData, Social Media und Mobile Devices sind für sich genommen Phänomene, aber in der Kombination eine Macht, die vor keiner Unternehmenstür haltmacht.

Der Druck von außen ist zugegebenermaßen bedrohlich. Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Vieldeutigkeit prägen die Digital Economy und damit die Marktentwicklung, die Kundenwünsche und die Wettbewerbssituation.
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