Die neue Version 6 von Captiva – Erste Eindrücke über die neuen Funktionen und Änderungen
Jul 9, 2009 | by admin | 0 Comments

Die Stärken von EMC Captiva InputAccel, als führende Input Management Plattform im Enterprise Bereich, lagen schon immer im hohen Durchsatz an verarbeiteten Seiten, in der Hochverfügbarkeit des Systems, der relativ einfachen Entwicklung von Erfassungsprozessen und in der Bereitstellung einer Client/Server-Plattform, die eine zentralisierte und zugleich von einer Vielzahl von stark verteilten Clients initiierbare Dokumentenerfassung ermöglicht. Mit der neuen Version, InputAccel 6, gelingt es EMC die oben genannten Features noch einmal entscheidend zu verbessern, und zusätzlich eine Infrastruktur bereitzustellen, die eine engere Integration der „intelligenten Dokumentenerfassung“ mit den existierenden Geschäftsapplikationen eines Unternehmens ermöglicht. Dies gelingt hauptsächlich durch die Integration neuer Module, die das Konsumieren von externen Web-Services sowie die Bereitstellung der Dokumentenerfassung selbst als Dienst unterstützen.

 

Support für SOA

Neu ist die Integration eines XML-basierten Web Services Frameworks. Diese Infrastruktur ermöglicht es InputAccel als Konsument oder Provider von Web Services zu agieren und sich somit in eine bestehende SOA-Landschaft zu integrieren.

Vereinfachte Anpassung der Module

Beinahe sämtliche InputAccel Module bieten die Möglichkeit zur Erweiterung und Anpassung durch client-side scripting, das in der Version 6 auf .NET 2.0 basiert. Mittels .NET Assemblies lassen sich zum Beispiel Informationsfluss und Errorhandling innerhalb des Erfassungsprozesses anpassen, Datenbanken abfragen, oder Validierungen und Populationen von Eingabefeldern durchführen.

 

Verbesserungen am Input Accel Server 6

  • Multi-Threading-Fähigkeit zur Performance-Steigerung und Unterstützung von Multi-Prozessor Hardware
  • Performance-Steigerung durch speichern von Stapel-Information in der Datenbank. Bisher wurden Zustandsinformationen über durch zeitintensives Öffnen aller Stapel ermittelt.
  • Failover Support durch Active/Active Clustering: Dies bietet eine performante Alternative zur Realisierung der Ausfallsicherheit.
  • Server-Skalierung durch ScaleServer Unterstützung: Dies erlaubt die Verteilung der Arbeitslast auf mehrere Server sowie dynamisches Hinzufügen zusätzlicher Server. Ferner lassen sich bei einer Serverlizenzierung, die eine Limitierung der Anzahl der pro Tag verarbeiteten Seiten enthält, im Falle einer Überschreitung dieses Limits, die Seitenanzahlkonten anderer Server, die ihr Tageslimit an Seitenzahlen noch nicht erreicht haben, nutzen.

InputAccel Administration Console – die neue Schaltzentrale des InputAccel 6

Was sich in früheren InputAccel Versionen Administration Module nannte und als Fat-Client vorhanden war, wurde ab Version 6 in Administration Console umbenannt und als Webapplikation realisiert. Administration Console ermöglicht die zentralisierte Administration und Kontrolle sämtlicher InputAccel Komponenten und Subsysteme. Dabei wurde neben der Einführung neuer Funktionen auch die grafische Darstellung der bisherigen Administrationsoberfläche stark verbessert. Zu den neuen Features gehören der Batch Finder, eine Funktionalität zur Suche von Stapeln, durch Angabe von Suchfilter, und Admin Review, eine Funktionalität, die es dem Administrator ermöglicht, Stapel zu untersuchen, die sich momentan im Zustand Error oder Hold befinden.

 

Vereinfachte Wartung und Deployment der Input Accel Clients

Neben der normalen „manuellen“ Installation auf den Client-Maschinen, lässt sich der Großteil der neuen InputAccel Clients auch durch Verwendung der ClickOnce-Technologie deployen. Dies ermöglicht eine einfache Installation der InputAccel Clients aus einem Fileshare oder von einem Web-Server.

 

Flexibles Integriertes Reporting

Die Reporting Features des InputAccel 6 haben sich ebenfalls entscheidend verbessert. Aus den während des Prozessablaufs generierten Daten, die in der Datenbank gespeichert werden, können vom Administrator mittels eigener Definitionen Reports erstellt werden. Eine Vielzahl mitgelieferter, vorkonfigurierter Reportarten lässt sich durch Angabe zusätzlicher Parameter wie der Detailstufe der Report-Daten fein einstellen. So kann z.B. ein Batch Reconciliation Report verwendet werden, um den Durchsatz und die Performance des Systems festzustellen, oder ein File Audit Trail Detail Report, um den Verlauf jeder einzelnen Seite innerhalb des Prozesses zu veranschaulichen und somit mögliche Sicherheitslücken aufzuspüren.

 

Verbesserung der Usability bei den InputAccel Clients

Auch an der Benutzeroberfläche der Clients hat sich etwas getan. Die Module, die eine Interaktion mit dem Benutzer benötigen (attended modules), wie z.B. Scan, Rescan, Index wurden von Grund auf neu designed. Die GUI der Module wurde wesentlich verbessert und manche Module ermöglichen sogar eine individuelle Konfiguration des Layouts der Arbeitsoberfläche. So kann z.B. die Arbeitsoberfläche des IndexPlus-Moduls vom Benutzer durch Hinzunehmen, Löschen, Verschieben von Panels geändert werden.

 

 

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Abbildung: ScanPlus: das neue Gesicht des Scan-Moduls

 

Fazit und Bewertung

Die neuste InputAccel Version weist im Vergleich zur Vorversion ein paar wesentliche Veränderungen auf. Als erste zu nennen sind die Veränderungen in der Applikationsarchitektur wie z.B. die Integration des IIS-Servers und die Realisierung des Administrators als Thin Client, für eine flexible Wartung des Systems. Eine weitere große Änderung in der Architektur des Systems stellt die Integration der Datenbank zur Speicherung der Prozesskonfigurationsdaten und der Stapelinformation zur Laufzeit dar, die dadurch den InputAccel Server „entlastet“ und somit zur Steigerung der Server-Performance beiträgt. Auch die Prozessentwicklung wurde durch das Anbieten einer Schnittstelle für client-side scripting in .NET-Programmiersprachen für nahezu sämtliche InputAccel-Module flexibler und zeitgemäßer realisiert. Die Möglichkeit, InputAccel-Clients einfach zu die deployen und zu warten, sowie die Verbesserung der Usability bei den InputAccel Clients, durch die Umgestaltung der Client-GUI, ergänzen die Liste der positiven Features von InputAccel 6.

 

Die mit Sicherheit bedeutendste Veränderung stellt aber die Integration des Web Services Frameworks in InputAccel dar. Durch diese „Öffnung“ zur SOA-Welt unterstreicht EMC, dass verstanden wurde, dass ein „intelligentes“ Dokumentenerfassungssystem nicht ein isoliertes Dasein innerhalb der Geschäftsapplikationslandschaft eines Unternehmens führen darf. Die Dokumentenerfassung verlangt heutzutage vielmehr eine tiefere Integration mit unternehmensweiten Systemen, wie z.B. ERP-Systemen, CRM-Systemen oder BPM-systemen.

 

Einziger Wermutstropfen könnte, aus Sicht der Kunden, der Aspekt darstellen, dass das momentane Release mit den Microsoft Produkten MS SQLServer 2005 und Microsoft IIS quasi „gebündelt“ wurde. Wahrscheinlich hat sich EMC dabei zu sehr am amerikanischen Markt orientiert, und das Vorhandensein entsprechender Lizenzen vorausgesetzt. Diese sind somit obligatorisch von Microsoft zu beziehen.