Drei wertvolle Tage – Wie wir Zeit für Kreativität und neue Perspektiven schaffen
Okt 25, 2018 | by Anke Brandt | 0 Comments

Drei wertvolle Tage – Wie wir Zeit für Kreativität und neue Perspektiven schaffen

Der ein oder andere Mitarbeiter der fme hat sich vielleicht schon gefragt, warum in diesem Jahr eine verstärkte Nachfrage aus meinen Abteilungen (HR & Finance) kommt, mal für einen Tag in die Arbeit ihrer Abteilungen zu schauen. Einfach mal so?

Hinter diesen Anfragen steckt unsere Idee mit dem Arbeitstitel „Drei wertvolle Tage“. Im Rahmen der Zielvereinbarungen habe ich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass wir viel zu oft Teilziele in Sachen Kreativität, „Entrümpeln“ oder auch das „über den Tellerrand schauen“ dem Tagesgeschäft oder anderen scheinbar wichtigeren Aufgaben geopfert haben.

Das geht sicher vielen Mitarbeitern so und ist auch grundsätzlich meist gut nachvollziehbar. Aber ist es das, was wir wollen? Ist es wirklich so, dass Kreativität und Innovation weniger wichtig sind? Darauf gibt es nur eine klare Antwort: ein Nein! Aus tiefstem Herzen. Das wollten wir ändern und damit uns nicht ganz schnell wieder das Tagesgeschäft „überrollt“ haben wir uns in den beiden Abteilungen alle in die Ziele des aktuellen Jahres Folgendes geschrieben:

Einen Tag für systematische Müllabfuhr
Einen Tag investiert jeder von uns in das Thema systematische Müllabfuhr um unsere tägliche Arbeit zu überprüfen und überholte Prozesse, Projekte und Aufgaben zu entsorgen. Die Grundidee basiert auf einer Empfehlung von  ( > Fredmund Malik), einem der Begründer des systematischen Managements der St. Gallener Schule. Kernfragen für jeden Mitarbeiter sind dabei „Warum tun wir das eigentlich? Macht das im Hinblick auf unsere Unternehmensziele (noch) Sinn oder gehört das in den „Müll“ damit wir wieder mehr Zeit und Energie haben, um uns den wirklich wichtigen Dingen zu widmen.

Einen Tag über den Tellerrand schauen
Einen Tag investiert danach jeder dafür, dass er oder sie sich bewusst in fachfremden Abteilungen einmal einen Einblick geben lässt. Auch das ist sicher nicht wirklich neu, außer dass es explizit vereinbart ist, damit es nicht, wie so oft, dem Tagesgeschäft geopfert wird. Und wer glaubt, dass nur der besuchende Mitarbeiter mit neuen und interessanten Eindrücken aus diesem Tag kommt, der irrt. Allein Fragen wie: „Warum machst du das? Warum sitzen (oder stehen 😉 ) in diesem Meeting genau diese Personen? Was willst du damit bewirken?“ sind scheinbar einfache Fragen, aber sie haben nach unserer Erfahrung erstaunlich große Effekte für alle Beteiligten.

Einen Tag einfach mal „rumspinnen“ oder schauen wie die anderen es so machen
Den dritten Tag investieren wir entweder auf der grünen Wiese, im Garten, im Park oder an einem Ort wo wir einfach mal ohne genauen Plan „Löcher in die Luft schauen“ oder wir werfen anderen Unternehmen und externen Professionals einen kurzen Blick über die Schulter. Jeder wie er mag und was er für sich und seine Arbeit am sinnvollsten erachtet.

Gibt es irgendwelche Bedingungen zur Teilnahme an diesem Projekt? 
Die einzige Bedingung ist, dass jeder, der einen solchen Tag plant und umsetzt, im nächsten Team-Meeting in ca. 15 Minuten über das Erlebte berichtet. Ohne PowerPoint und Ähnliches auch hier nur einfach und smart.

Oft gestellte Fragen hierzu sind:

  1. Was ist, wenn ich nichts Essentielles finde zum Entrümpeln zum neu Entdecken? Antwort: Dann ist das so. Allein das sich darüber Gedanken machen, ist es wert die Zeit zu investieren.
  2. Darf ich auch beim Vorstand mal über die Schulter schauen? Antwort: Ja, natürlich! (P.S.: …auch der Vorstand war im konkreten Fall überrascht welche neuen Einblicke er durch diesen Termin gewinnen konnte.)

 

Lessons Learned nach der ersten Pilotphase

  1. Es ist schwerer als gedacht, einige Mitarbeiter davon zu überzeugen, wie wichtig genau das Loslassen und „Rumspinnen“ für uns ist. Dazu braucht es Nachhaltigkeit und die Erfahrung des ersten Jahres.
  2. Die drei Tage muss man schon zu Beginn des Jahres fest einplanen, sonst wird es am Ende des Jahres eher eng mit der tatsächlichen Durchführung.
  3. Wenn wir dieses Projekt nachhaltig weiterverfolgen, wird es viele positive Effekte für unsere Teams haben, wenn auch mit dem Risiko, dass diese oft nicht messbar oder in Euro zu bewerten sind. Wir sind dennoch davon überzeugt: diese Investition an Zeit lohnt sich für uns alle.

 

Am Ende kann eine solche Idee und ein solches Projekt natürlich nur wirklich mit einer großen Portion Glauben an die Idee und vor allem mit Vertrauen in das eigene Potenzial eines Jeden und Vertrauen in das gesamte Team funktionieren. Danke, deshalb an alle Kolleginnen und Kollegen die uns hierbei so hilfsbereit zur Verfügung standen und die sich auf unser Experiment vorbehaltlos eingelassen haben. Das macht wie so oft den großen Unterschied.

It’s fme you love to work with.