In der digitalisierten Unternehmenswelt entscheidet eine zuverlässige und regelkonforme Datenmigration über den langfristigen Geschäftserfolg. Veraltete Anwendungen, Systemwechsel, Konsolidierungsstrategien oder der Umstieg auf Cloud-Plattformen erfordern professionelle Migrationen – nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch hinsichtlich des Datenschutzes, Governance und Compliance. Die fme AG hat dafür einen strukturierten, vielfach bewährten Prozess etabliert, der mit dem migration-center ein leistungsfähiges Werkzeug zur Verfügung stellt. Dieser Beitrag beleuchtet die drei zentralen Migrationsszenarien – mit Fokus auf die Migration in ein anderes IT-System.
Migration in ein anderes IT-System
Vorbereitung und Planung
Die Migration beginnt mit einer gründlichen Analyse der Ausgangslage. Dabei werden sämtliche relevanten Datenquellen erfasst, ihre Inhalte klassifiziert und auf gesetzliche, regulatorische sowie unternehmensinterne Vorgaben hin untersucht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei datenschutzrechtlichen Anforderungen (z. B. DSGVO, HIPAA) sowie betrieblichen Aufbewahrungsrichtlinien.
Das fme migration-center dient in dieser Phase als zentrales Analyse- und Planungstool. Es ermittelt systematisch die vorhandenen Datenbestände, erkennt Abhängigkeiten und bewertet die Relevanz der einzelnen Inhalte für das Zielsystem. Zusätzlich erlaubt es, Daten nach Sensibilität zu klassifizieren, sodass Compliance-Vorgaben direkt in die spätere Migrationslogik einfließen. Daraus entstehen belastbare Migrationspläne mit eindeutigen Mappings, Zeitachsen und Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Durchführung mit spezialisierten Adaptern
Im operativen Teil der Migration übernimmt das migration-center die Steuerung aller relevanten Prozesse. Über speziell entwickelte Adapter verbindet es sich direkt mit einer Vielzahl von Quell- und Zielsystemen – darunter relationale Datenbanken wie SQL-Server oder Oracle, Enterprise-Content-Management-Systeme wie OpenText Content Server und SharePoint sowie CRM- oder ERP-Lösungen wie Salesforce oder SAP.
Diese Adapter gewährleisten, dass Daten exakt so transformiert werden, wie es die Zielumgebung verlangt – inklusive Umbenennungen, Formatkonvertierungen, Strukturveränderungen oder Bereinigung veralteter Metadaten. Alle Schritte verlaufen nachvollziehbar: Jeder Vorgang wird lückenlos protokolliert, jeder Fehler sofort erfasst, jede Änderung dokumentiert. Dadurch entsteht eine umfassende Migrationshistorie, die revisionssicher und vollständig exportierbar ist.
Durch die tiefe Integration in die Zielsysteme wird vermieden, dass sensible Daten zwischengespeichert oder außerhalb kontrollierter Umgebungen verarbeitet werden. Dadurch sinkt das Risiko für Datenschutzverstöße erheblich – ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei migrationskritischen Inhalten.
Nachbereitung und Optimierung
Nach erfolgreichem Transfer beginnt die Nachbereitungsphase. Dabei validiert das Team die Funktionalität des neuen Systems unter produktionsnahen Bedingungen. Performancetests, Funktionsprüfungen, Rechte-Checks und Schnittstellenanalysen stellen sicher, dass das System betriebsbereit ist. Sicherheitsüberprüfungen prüfen, ob alle Authentifizierungs-, Verschlüsselungs- und Zugriffsrichtlinien korrekt übernommen wurden.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Schulung der Systemnutzer. Fachanwender erhalten gezielte Trainings, um das neue System effizient zu bedienen. Gleichzeitig unterstützt die IT-Abteilung Schulungen zu administrativen Aufgaben, um Wartung und Support nachhaltig sicherzustellen.
Migration auf eine andere Plattform (z. B. Cloud)
Vorbereitung und Planung
Der Wechsel auf eine neue Plattform – etwa aus einem Rechenzentrum in eine Cloud-Infrastruktur – erfordert zusätzliche Sicherheits- und Architekturüberlegungen. In dieser Phase analysiert das Projektteam unter anderem:
- Netzwerkanbindung und Datenrouten
- Verschlüsselungstechnologien (z. B. TLS, AES)
- Anforderungen an Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM)
- Integration bestehender Dienste und APIs
Diese Informationen fließen in die Plattformstrategie ein. Die Migrationslogik wird entsprechend angepasst: Sensible Daten erhalten spezielle Behandlung, Transportwege werden abgesichert, Datenpakete gezielt sequenziert, um Engpässe zu vermeiden.
Durchführung
Das migration-center bietet speziell entwickelte Werkzeuge zur plattformübergreifenden Migration, insbesondere in Cloud-Umgebungen wie Microsoft Azure, AWS oder Google Cloud. Dabei berücksichtigt es spezifische Merkmale der Zielplattform wie Verschlüsselungsrichtlinien, Speicher-APIs, Latenzanforderungen oder Multi-Tenant-Architekturen.
Während der Migration greifen Sicherheitsprotokolle wie Authentifizierung, Logging und Monitoring nahtlos ineinander. Das Tool sorgt dafür, dass Daten nur über abgesicherte Verbindungen übertragen werden, keine unberechtigten Dritte Zugriff erhalten und alle Transfers lückenlos nachvollziehbar bleiben. Bei Bedarf lassen sich Zwischenschritte wie Maskierung oder Hash-Prüfungen aktivieren.
Nachbereitung
Nach der Migration kontrolliert das Projektteam sämtliche Einstellungen: Ressourcenverbrauch, Benutzerkonfigurationen, Zugriffspfade und Performance-Indikatoren. Zusätzlich entsteht eine umfassende technische Dokumentation des Migrationsablaufs, einschließlich Sicherheitsprotokolle, Transferberichte und Mapping-Tabellen. Diese dient nicht nur zur internen Nachvollziehbarkeit, sondern unterstützt auch zukünftige Audits, Zertifizierungen oder interne Revisionen.
Migration in ein Archivsystem
Vorbereitung und Planung
Archivmigrationen unterscheiden sich in Zielsetzung und Aufbau grundlegend von System- oder Plattformmigrationen. Hier steht nicht die aktive Nutzung, sondern die rechtssichere und langfristige Bewahrung von Informationen im Vordergrund. Typische Anwendungsfälle sind:
- Ablösung von Altsystemen bei gleichzeitigem Erhalt des Informationswerts
- Einhaltung gesetzlicher Aufbewahrungsfristen
- Schutz geschäftskritischer Daten vor Verlust oder Manipulation
Das fme migration-center identifiziert archivierungsfähige Inhalte anhand von Metadaten, Zugriffshistorien und rechtlichen Vorgaben. Die Vorbereitung umfasst ebenfalls die Festlegung von Retention Policies, Zugriffsebenen und Speicherformaten.
Durchführung und OAIS-konforme Ablage
Das migration-center unterstützt sowohl generische Archivstrukturen als auch OAIS-konforme Archivierung, bei der sogenannte SIPs (Submission Information Packages) erzeugt werden. Diese Pakete enthalten:
- die archivierten Datenobjekte
- Metainformationen zu Inhalt, Struktur und Version
- Kontextinformationen (Representation Information), um auch in Jahrzehnten noch verstehen zu können, worum es sich handelt
Diese strukturierte Ablage erhöht nicht nur die Datensicherheit, sondern stellt sicher, dass archivierte Informationen auch nach Jahren noch rechtswirksam und lesbar bleiben – unabhängig von künftigen technischen Entwicklungen.
Gleichzeitig erlaubt das migration-center auch flexiblere Archivierungsmodelle, etwa zur kurzfristigen Dokumentation von Projektergebnissen oder revisionssicheren Ablage von Vertragsdaten ohne OAIS-Vorgaben.
Nachbereitung und Zugänglichkeit
Im Anschluss an die Migration erfolgen regelmäßige Systemprüfungen, etwa zur Überwachung von Speichermedien, Systemverfügbarkeit und Zugriffsfunktionen. Zugriffstests und Integritätsprüfungen stellen sicher, dass keine schleichende Datenkorruption auftritt. Ergänzend dazu erhalten Archivverantwortliche praxisnahe Schulungen, um strukturierte Zugriffe zu ermöglichen, Datenanfragen effizient zu bearbeiten und Auditfähigkeit dauerhaft zu gewährleisten.
Fazit
Der strukturierte Migrationsprozess der fme AG gewährleistet eine sichere, regelkonforme und zukunftsfähige Datenübertragung in neue IT-Umgebungen. Ob Systemwechsel, Plattformmigration oder Archivierung: Der Einsatz des fme migration-center ermöglicht skalierbare, transparente und dokumentierte Prozesse, die sowohl technischen als auch rechtlichen Anforderungen gerecht werden.
Vorteile im Überblick:
- Volle Nachvollziehbarkeit durch umfassende Protokollierung
- Automatisierte Datenklassifikation und Schutz sensibler Informationen
- Skalierbare Architektur für kleine und große Migrationsprojekte
- Erfüllung internationaler Standards wie OAIS und ISO 27001
- Reduzierung von Betriebsrisiken durch strukturierte Validierung und Schulung
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